Paramounts neue Eigentümer haben von Viacom einen Steuerstreit über 400 Millionen Dollar geerbt

Die US-Steuerbehörde IRS hat für die Steuererklärungen von Viacom aus den Jahren 2017 bis 2019 bis zu 400 Millionen Dollar an zusätzlichen Steuern vorgeschlagen. Paramount Skydance widerspricht und will etwaige Änderungen in den Zahlen zum dritten Quartal verbuchen.

The arched Melrose Gate entrance to the Paramount Pictures studio lot in Hollywood
The arched Melrose Gate entrance to the Paramount Pictures studio lot in Hollywood

Als David Ellisons Skydance im August 2025 Paramount für 8 Milliarden Dollar kaufte, bekam es ein Hollywoodstudio und das Fernsehnetz CBS. Es bekam auch die alten Steuererklärungen von Viacom.

Der Internal Revenue Service (IRS), die US-Bundessteuerbehörde, hat nun drei davon beziffert. Am 10. Juli verschickte die Behörde Berichtigungsvorschläge zu den Steuerjahren 2017, 2018 und 2019 der früheren Viacom, wie Paramount Skydance in seinem Quartalsbericht für die drei Monate bis Ende Juni mitteilte.

Die Änderungen „könnten die Steuern, einschließlich der einmaligen Übergangssteuer auf kumulierte Auslandsgewinne, um bis zu etwa 400 Millionen Dollar erhöhen“, ohne Strafzuschläge und Zinsen, erklärte das Unternehmen.

Die Angabe steht im Anhang zum Abschluss, unter einer Tabelle mit Restrukturierungsaufwendungen. Abgesehen von automatisch erstellten Zusammenfassungen von Pflichtveröffentlichungen wurde darüber kaum berichtet.

Eine alte Prüfung

Die Vorschläge betreffen „die steuerliche Behandlung bestimmter Transaktionen zwischen unseren Tochtergesellschaften“. Welche, sagte Paramount nicht.

Die Übergangssteuer stammt aus dem Tax Cuts and Jobs Act von 2017. Sie besteuerte Gewinne, die amerikanische Unternehmen in ausländischen Tochtergesellschaften angehäuft hatten, als wäre das Geld heimgeholt worden.

Viacom und CBS reichten bis zu ihrer Fusion 2019 getrennte Steuererklärungen ein. Im Geschäftsbericht von Paramount für 2025 hieß es, Viacom werde „derzeit vom IRS für die Steuerjahre 2016 bis 2019 geprüft“. CBS legte seine eigenen Prüfungen für 2017 und 2018 im Jahr 2023 per Einigung bei.

Paramount widerspricht nach eigenen Angaben und könnte die Vorschläge „in allen verfügbaren Verwaltungs- und, falls nötig, Gerichtsverfahren“ anfechten. Ein Berichtigungsvorschlag ist kein endgültiger Steuerbescheid. Unternehmen wehren sich oft jahrelang dagegen.

Kleingeld für die Ellisons

Die Familie hatte in diesem Jahr größere Zahlen im Kopf. Um sich Warner Bros Discovery zu sichern, zahlte Paramount im ersten Quartal im Namen von Warner eine Auflösungsgebühr von 2,8 Milliarden Dollar an Netflix. Die Forderung des IRS entspricht etwa einem Siebtel davon.

Laut Bericht soll die Gebühr letztlich aus 46,7 Milliarden Dollar finanziert werden, die von den dort so genannten Ellison Parties kommen. Im Höchstfall entspricht die Viacom-Forderung weniger als 1 Prozent dieser Summe.

Die Warner-Übernahme wurde laut Bloomberg am 6. Oktober zu einem Wert von rund 110 Milliarden Dollar abgeschlossen. Larry Ellison, Davids Vater und Mitgründer von Oracle, garantierte die Finanzierung persönlich. Paramount platzierte binnen einer einzigen Woche Kredite und Anleihen über 52 Milliarden Dollar.

Wer zahlt

Ein Teil des Geldes ist womöglich schon zurückgelegt. Paramount hatte Ende 2025 eine Rückstellung von 431 Millionen Dollar für unsichere Steuerpositionen. Sie deckt alle derartigen Positionen im Konzern ab, und aus den Berichten geht nicht hervor, welcher Teil davon auf Viacom entfällt.

Da die Vorschläge nach Quartalsende eingingen, werden etwaige Änderungen „im dritten Quartal 2026 bilanziert“. Diese Zahlen für die drei Monate bis Ende September werden in den kommenden Wochen erwartet.

Bekäme der IRS in vollem Umfang Recht, würden die Zinsen die Rechnung über 400 Millionen Dollar treiben. Die Erklärungen hat Viacom eingereicht, ein Unternehmen, das es unter diesem Namen seit 2019 nicht mehr gibt. Eine etwaige Rechnung geht an David Ellisons Paramount.

Quellen

Titelbild: Chris Brown (zoonabar), Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Zugeschnitten.

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