Zu arm für die Forbes 400: 590 Milliardäre fallen durch
Wer auf die Liste der reichsten Amerikaner will, braucht jetzt 4,4 Milliarden Dollar. Taylor Swift, Oprah Winfrey, Sam Altman und Tim Cook gehören zu den Milliardären, die es nicht geschafft haben.

Nach Zählung von Forbes gibt es in den USA rund 990 Milliardäre. Diesen Monat erfuhren 590 von ihnen, dass sie nicht reich genug sind.
So lautet die Rechnung der Forbes 400 für 2026, veröffentlicht am 15. September. Das Mindestvermögen für die Liste der reichsten Amerikaner stieg auf einen Rekordwert von 4,4 Milliarden Dollar, 600 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.
Die 400 Mitglieder besitzen zusammen 8 Billionen Dollar, nach 6,6 Billionen im Vorjahr. Draußen vor der Absperrung stehen unter anderem Oprah Winfrey (geschätzt 3,4 Milliarden), Sam Altman (3,3 Milliarden), Tim Cook (3 Milliarden) und Taylor Swift (2 Milliarden).
Meg Whitman verpasste die Liste mit 4,2 Milliarden um einen Betrag, der in ihrem früheren Beruf als Rundungsfehler durchginge.
Die Latte liegt höher
Für die erste Forbes 400 im Jahr 1982 genügten 91 Millionen Dollar. Die Eintrittsschwelle hat sich seither ungefähr verachtundvierzigfacht, ein jährliches Plus von gut 9 Prozent. Die Verbraucherpreise sind im selben Zeitraum etwa auf das Dreieinhalbfache gestiegen.
Real ist es also rund 14-mal schwerer, auf die Liste zu kommen, als zu Zeiten von Präsident Ronald Reagan.
Forbes führt den Großteil des diesjährigen Anstiegs auf den Boom bei künstlicher Intelligenz und Rechenzentren zurück sowie auf einen US-Aktienmarkt nahe seinen Rekordständen. Die meisten sehr großen Vermögen stecken in Aktien. Zahlen Anleger mehr für Unternehmen, werden die Gründer reicher, ob sie in dem Jahr etwas anders gemacht haben oder nicht.
Wer herausfiel
Knapp unter der Linie wird es seltsamer. Von den 34 Personen, die herausfielen, waren sieben reicher als ein Jahr zuvor und flogen trotzdem raus, weil alle anderen stärker zulegten. Fünf Milliardäre wurden am 4. September, dem Stichtag von Forbes, auf 4,3 Milliarden taxiert und verfehlten die Grenze um jeweils 100 Millionen.
Fünfzehn der 34 Neuzugänge kommen aus der Technologiebranche und stehen für fast 60 Prozent des Vermögens der Neuen. Der reichste Neuling ist OpenAI-Präsident Greg Brockman mit 25,5 Milliarden. Vier Mitgründer des KI-Entwicklers Anthropic kamen gemeinsam hinzu, gleichauf auf Platz 75 mit je 15,5 Milliarden.
Jüngstes Mitglied ist der 30-jährige Steven Hao vom KI-Programmierunternehmen Cognition, der mit 5,8 Milliarden einzog, nachdem eine Finanzierungsrunde seine Firma mit 48 Milliarden bewertet hatte.
Berühmt – und zu arm
Prominente schneiden bei solchen Listen schlecht ab. Swift und Winfrey verdienten ihr Geld mit Auftritten, Katalogen, Marken und Immobilien. Das bringt gute Einnahmen, wird aber selten so bewertet, wie Anleger einen schnell wachsenden Softwarekonzern bewerten.
Ein Gründer kann sein geschätztes Vermögen am Tag einer Finanzierungsrunde um Milliarden steigern. Swift muss Tickets verkaufen.
Niemand außerhalb der Liste leidet Not. Mit 2 Milliarden besitzt Swift etwa das 10.000-Fache eines typischen amerikanischen Haushalts. Die Liste, die Forbes 1982 begann, zeigte, wem Amerikas Fabriken, Ölfelder und Kaufhäuser gehörten.
Die Ausgabe 2026 liest sich eher wie ein Register von Beteiligungen an ein paar Dutzend Technologiefirmen, von denen mehrere noch nicht börsennotiert sind.
Quellen
- Forbes: a record 590 US billionaires aren’t rich enough to make the Forbes 400
- Forbes: meet the 34 newcomers to the 2026 Forbes 400
- Forbes releases its 45th annual Forbes 400
- Forbes: the youngest billionaires on the 2026 Forbes 400
Der Vergleich mit 1982 beruht auf der veröffentlichten Mindestgrenze der ersten Forbes-400-Liste und der Entwicklung des US-Verbraucherpreisindex; die Zahlen sind gerundet. Titelbild: Itrytohelp32, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Zugeschnitten.
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